Armee auf flachen Kompaniebases

Ich mag in den Herr-der-Ringe-Filmen besonders die Pelennor-Szene mit den Reitern von Rohan: dicht an dicht stehen die Rohirrim bevor sie todesmutig bergabwärts in die Orks vor Minas Tirith pflügen. Viele, viele Figuren – das ist ein Grund, weshalb ich gern Ringkrieg spiele.

Allerdings ist es nicht einfach, richtige Massenszenen mit den Miniaturen während des Spiels hinzubekommen. Natürlich ist alles nur eine Abstraktion – doch GW macht es einem mit den Größen der Bases nicht eben leicht: Jede Reiterfigur hat eine Base von 4cm Durchmesser unter dem Pferd, welche die Nachbarfigur innerhalb der Kompaniebase schon mal ca. 3cm auf Distanz hält. Die Kavallerie-Kompaniebases nebeneinander erhöhen die Distanz der Reiter ebenfalls noch einmal auf fast einen Zentimeter:

flache_bases

 

Es ist somit schwer – im Vergleich zu anderen Spielen – ein dicht zusammen gedrängtes Reiterheer darzustellen. Die Kompaniebases erzwingen nicht nur einen hohen Abstand zwischen den Figuren, sie schaffen auch eine sehr reißbrett-artige Ausrichtung innerhalb einer Formation. Und das gilt im gleichen Maße auch für die Infanteriebases.

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Was meiner Meinung nach ebenfalls unschön zum Gesamtbild beiträgt sind die Löcher, die in den Kompaniebases entstehen, wenn die Verluste entfernt werden. Gerade bei Infanterie – wenn nur noch eine Miniatur in der Kompanie übrig ist – wirken die sieben Löcher mit den fehlenden Figuren sehr merkwürdig.

 

Wie kann man das ändern?
Ich habe mich durch viele gute Beispiele im Sweetwater– und im HdR-Forum davon anstecken lassen die Figuren auf flachen Bases fest anzubringen – ohne eigene Bases für die Figuren. Flach wirkt sehr realistisch und sieht – im Gegensatz zu den dicken Rändern der GW-Kompaniebases – klasse auf dem Spielfeld aus.

Die beiden folgenden Beispiele zeigen, dass eine feste Base Vorteile in der Gestaltung bietet. Die Waldläufer sind durch hohes Gras für ihre Deckung in Szene gesetzt und bei den Kriegern der Toten bietet sich Nebel an, der alle Figuren durchdringt:

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Doch auch in der Aufsicht machen die flachen Kompaniebases keine schlechte Figur. Durch die flachen Ränder und die fehlenden Rundungen der Figurenbases verschmelzen sie viel besser mit der Spielplatte:

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Im diesem Beispiel sieht man wie ich die Anforderung gelöst habe, Heldenmodelle innerhalb der Kompanie austauschbar zu machen. Sollte ein Held im Duell fallen oder sich ein epischer Held der Kompanie anschließen, können diese mit herausnehmbaren Modellen ausgetauscht werden.

Wenn die Figuren wieder in die dafür vorgesehenen Plätze eingefügt werden, sieht man in der Regel keine auffälligen Übergange:

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Das ganze funktioniert natürlich auch bei den Kavalleriebases. Hier habe ich drei (statt zwei) Reiter pro Kompanie positioniert. Im folgenden Bild kann man erkennen, dass Èomer ebenfalls herausnehmbar ist:

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Durch das engere Anordnen der Figuren auf den Basen entsteht meiner Meinung nach ein natürlicheres Gedrängel und die Reiterschar wirk viel dynamischer, da man die Pferde auch versetzt auf der Platte anbringen kann.

 

Was sind die Vorteile einer flachen Basierung?

  • Es sieht toll aus.
  • Die Bases sehen realistischer aus und es können individuelle Anordnungen ausprobiert werden.
  • Das Ein- und Ausräumen der Figuren fällt komplett weg. Mich hat es besonders bei Turnieren immer genervt, ständig die Figuren aus- und einräumen zu müssen. Während des Spiels genauso wie zwischen den Spielen beim Tischwechsel.
  • Das Risiko, dass Teile an den Figuren abbrechen, minimiert sich, da die einzelnen Figuren nicht mehr angefasst werden müssen.
  • Das Bemalen und Gestalten der Regimentsbases fällt weg. Und das Geld dafür spart man auch. Die Alternativen sind wesentlich billiger.
  • Die Angaben im Rinkrieg-Regelbuch zur Mindestgröße von Kavalleriebases ist 90×50 mm. Das ist 1cm kleiner als die GW-Kavallerie-Kompaniebases. So spart man regelkonform eine Menge Platz und man kann die Reiter hintereinander enger anordnen.

 

Was sind die Nachteile einer flachen Basierung?

  • Die Figuren sind ohne Steg auf der neuen Base festgeklebt und lassen sich somit einzeln wahrscheinlich schwer wiederverkaufen.
  • Wer noch andere Systeme mit den selben Figuren spielt, wird feste Bases ebenfalls nicht bevorzugen.
  • Man kann während des Spieles die Verluste nicht mehr direkt auf der Kompaniebase sehen. Die Verluste müssen alternativ dargestellt werden, zum Beispiel mit einem 8er-Würfel. Für die Kavallerie, die nur Resistenz 2 besitzt, eignen sich Verlust-Marker wie im historischen Tabletop, um die Hälfte der Kompanie als Verlust anzuzeigen:

Rohan Verlustmarker

 

Kategorie(n): Armeen
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